Wärmewende: Gemeinde Rettenbach beauftragt LEW und INEV mit kommunaler Wärmeplanung

  • Kick-off erfolgte am 18. Februar 2026
  • Konzept soll für rund 1.700 Einwohner Perspektiven für eine klimafreundliche Wärmeversorgung aufzeigen

Die Gemeinde Rettenbach hat die Lechwerke (LEW) gemeinsam mit ihrem Partner INEV (Institut für nachhaltige Energieversorgung) mit der Erstellung eines kommunalen Wärmeplans beauftragt. Der offizielle Projektauftakt fand am 18. Februar 2026 statt.

Bürgermeisterin Dietrich-Kast sagt: „Mit dem Start der kommunalen Wärmeplanung gehen wir einen wichtigen Schritt für die langfristige Entwicklung unserer Gemeinde. Wir wollen frühzeitig Transparenz schaffen und gemeinsam mit unseren Bürgerinnen und Bürgern tragfähige Lösungen für eine bezahlbare und klimafreundliche Wärmeversorgung erarbeiten. Mit LEW und INEV haben wir Partner gewählt, die sowohl fachliche Expertise als auch praktische Erfahrung mitbringen.“

Die kommunale Wärmeplanung ist eine zentrale Grundlage für die Wärmewende. Die Wärmeversorgung verursacht einen erheblichen Anteil der Treibhausgasemissionen – sowohl durch Heizungen in Wohngebäuden und öffentlichen Einrichtungen als auch durch Prozesswärme in Gewerbe und Industrie. Städte und Gemeinden sind gesetzlich verpflichtet, einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen. Dieser zeigt auf, wie Gebäude künftig klimafreundlich, effizient und wirtschaftlich mit Wärme versorgt werden können. Die Fertigstellung ist gesetzlich bis spätestens 30. Juni 2028 vorgesehen. Für Rettenbach ist ein Projektzeitraum von rund neun Monaten geplant.

LEW-Projektleiter Sebastian Sperner erläutert: „Wir betrachten Energieversorgung ganzheitlich und denken Strom, Wärme und Mobilität zusammen. Durch unsere langjährige Erfahrung im Betrieb von Wärmenetzen können wir der Gemeinde Rettenbach praxisnahe und nachhaltige Optionen für die zukünftige Wärmeversorgung aufzeigen.“

LEW und INEV bündeln ihre Expertise

Bei der Umsetzung arbeitet die LEW eng mit dem INEV zusammen. Das Institut mit Sitz in Rosenheim begleitet Kommunen und Unternehmen bundesweit bei der Erreichung ihrer Klimaziele und beim Aufbau zukunftsfähiger Versorgungsstrukturen. INEV betreut rund 100 Kommunen – von kleinen Landgemeinden bis hin zu großen Städten.

Die enge Zusammenarbeit und das gebündelte Know-how beider Partner schaffen eine fundierte Grundlage für die kommunale Wärmeplanung in Rettenbach. Modellbasierte Szenarien werden praxisnah bewertet und in eine langfristig tragfähige Strategie für die Gemeinde überführt.

Von der Analyse zur gemeinsamen Umsetzung

Zum Start erfolgt eine umfassende Bestands- und Potenzialanalyse. Dabei werden unter anderem Gebäudestrukturen, Haushaltszahlen sowie vorhandene Heizsysteme erfasst und ausgewertet. Darauf aufbauend identifizieren die Expertinnen und Experten geeignete Gebiete für mögliche zentrale Wärmeversorgungen und untersuchen Potenziale für erneuerbare Wärmequellen sowie Effizienzsteigerungen.

Auf Basis dieser Analysen werden voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete definiert und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen bewertet.

Nach Vorliegen erster Ergebnisse ist vorgesehen, relevante Akteure sowie Bürgerinnen und Bürger aktiv einzubinden und über die Zwischenergebnisse zu informieren. Ziel ist es, die Wärmewende in Rettenbach gemeinsam zu gestalten und transparente Entscheidungsgrundlagen zu schaffen.