Die Gemeinde Rettenbach stellt sich den Herausforderungen der Energiewende und erarbeitet im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) zukunftssichere, nachhaltige Wege für eine klimaneutrale Wärmeversorgung. Ziel ist es, allen Bürgerinnen und Bürgern sowie den örtlichen Unternehmen Orientierung und Planungssicherheit für künftige Investitionen in Heizungs- und Energiesysteme zu bieten.
Die Kommunale Wärmeplanung ist eine strategische Fachplanung. Sie dient als Kompass für eine schrittweise Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien.
Orientierung & Planungssicherheit: Bürger und Unternehmen erfahren, welche Versorgungsoptionen (z. B. Wärmenetze oder dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen) in ihren Ortsteilen realistisch und wirtschaftlich sinnvoll sind.
Keine unmittelbare Rechtspflicht: Die Wärmeplanung ist e1in dynamischer, strategischer Plan. Sie entfaltet keine direkte rechtliche Außenwirkung oder Anschlusspflicht für den Einzelnen.
Partner der Gemeinde: Die Planung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Lechwerke AG (LEW) und der INEV GmbH.
Aktuelle Ergebnisse der Bestandsanalyse
Im Rahmen der Bestandsanalyse wurde die aktuelle Wärme- und Energiestruktur der Gemeinde Rettenbach erfasst:
Gesamter Endenergieverbrauch 47.185 MWh//a
Wärme
70,6 %
Verkehr
19,5 %
Strom
9,9 %
Verteilung des Wärmeverbrauchs nach Sektoren
Private Haushalte
49,6 %
Industrie
44,5 %
Gewerbe, Handel & Dienstleistungen
5,1 %
Kommunale Einrichtungen
0,8 %
Heutige Energieträger im Wärmebereich
Erdgas
42,3 %
Heizöl
38,7 %
Biomasse
12,4 %
Flüssiggas
3,5 %
Umweltwärme
2,1 %
Solarthermie
1,1 %
Erneuerbarer Strom Bei der erneuerbaren Stromerzeugung erreicht Rettenbach bereits einen hervorragenden Wert von 204,4 % im Verhältnis zum eigenen Strombedarf (Bundesdurchschnitt: 52,9 %). Im Wärmebereich liegt der Anteil erneuerbarer Energien aktuell bei 15,5 %.
Potenziale erneuerbarer Energien in Rettenbach
Die Potentialanalyse zeigt lokale Ressourcen für die Wärmewende auf:
Oberflächennahe Geothermie: Sehr gute Voraussetzungen. Ca. 80 % der Flurstücke eignen sich für Erdwärmekollektoren, 40 % für Erdwärmesonden (besonders im Westen) und 13 % für Grundwasser-Wärmepumpen (im Osten entlang der Mindel).
Luft-Wärmepumpen: Rund 51,1 % der Gebäude im Gemeindegebiet weisen eine gute Eignung für die Versorgung mittels Luft-Wärmepumpen auf.
Dach-Photovoltaik & Solarthermie: Großes Ausbaupotenzial auf Wohn- und Gewerbedächern zur Eigenstrom- und Wärmeerzeugung.
Gewässerwärme & Biomasse: Nutzungsmöglichkeiten der Kammel (Gewässerwärme ca. 4.035 MWh/a) sowie regionales Holz- und Biomassepotenzial.
Einsparpotenzial durch Sanierung: Durch schrittweise energetische Gebäudesanierung (Sanierungsquote ca. 1,5 %/Jahr) kann der Gesamtwärmebedarf bis 2045 um über 21 % gesenkt werden.
Nächste Schritte
Erstellung des Zielszenarios & Gebietseinteilung: Einteilung des Gemeindegebiets in voraussichtliche Eignungsbereiche (dezentrale Versorgung vs. Wärmenetzgebiete).
Umsetzungsstrategie & Maßnahmenkatalog: Erarbeitung konkreter Fahrpläne und Handlungsempfehlungen für die Gemeinde und Eigentümer.
Bürgerbeteiligung & Transparenz: Einbindung der Bürgerinnen und Bürger, lokalen Gewerbebetriebe und Akteure im weiteren Prozess.
Kontakt & Ansprechpartner
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